Magie, Mythos, Macht - Gold der Alten und Neuen Welt

Sonderausstellung
30. November 2001 bis 2. April 2002, Archäologischen Staatssammlung München

Gold - das faszinierendste aller Metalle in raum- und zeitübergreifender Betrachtung. Gold als Zeichen der Ewigkeit und Fleisch der Götter, als Heilige Kraft und magische Macht. Gold als Werkstoff für Attribute der Herrschaft, für Abzeichen und Auszeichnungen. Einzigartige Objekte geleiteten den Besucher durch europäische und orientalische Kulturen bis hin zu den goldreichen Völkern Alt-Amerikas.

Im Sommer 1998 fand ein Amateurarchäologe im Inneren einer bronzezeitlichen Befestigungsanlage im Landkreis Freising mehrere verzierte Gegenstände. Die aus Goldblech gefertigten Teile hatten sich im Wurzelwerk eines umgestürzten Baumes verfangen. Es handelt sich um eine Diademkrone, eine Gewandnadel, zahlreiche Anhänger und die Umwicklung eines "Zepters" - vermutlich die kostbare Ausstattung eines Götterbildes.

Das Alter der Objekte wird auf den Zeitraum zwischen 1600 und 1400 v. Chr. datiert. Der "Goldfund von Bernsdorf" ist sowohl für die bayerische Landesgeschichte als auch für die altbronzezeitliche Geschichte Europas von überragender Bedeutung. Seine Erstpräsentation in der Öffentlichkeit gab den Anlaß zu dieser Ausstellung.

Der goldene Anhänger aus der Tolima-Kultur stammt aus Kolumbien - der Gegend von Ibague. Er zeigt eine stark stilisierte menschliche Figur mit ausgebreiteten Armen und Beinen. Der aufwändige "Kopfputz", der Ohrschmuck sowie die Gesichtszeichnungen sind auffällig und zugleich typisch für die Kultur der Tolima am mittleren Magdalena-Fluss.

Vor 25 Jahren fand man am Ostrand des Nördlinger Rieses einen Goldschatz bestehend aus fünf Gefäßen. Die abgebildete doppelkonische Flasche stammt zusammen mit vier weiteren Gefäßen aus einem Votivschatz, der auf das 10. bis 9. Jh. v. Chr. datiert wird. Der Fund stellt das komplette Service eines Ritualgeschirrs dar. Die fürstliche oder priesterkönigliche Gesellschaft benutzte solches Service für spezielle Trank- und Spendenzeremonien.

Eine Nachbildung des "Ezelsdorfer Goldhutes", der durch seine Sonderzeichen oder Idiogramme auf den astralen göttlichen Bezug im Laufe der Gestirne hinweist, ist heute in der Archäologischen Staatssammlung München zu bewundern.