Mitteilungen der Freunde der bayrischen Vor-und Frühgeschichte

Nr. 128 vom 14. September 2010

Der Krimi um die Balken von Tatarl

Die Archäologische Staatssammlung München übergibt bedeutende antike Holzmalereien an die Türkei

Von München nach Istanbul

Die Archäologische Staatssammlung hat am 15. Februar 2010 vier antike Zedernholzbalken mit kunst- und kulturgeschichtlich wichtigen Malereien an Vertreter des türkischen Staates übergeben. Die Balken waren zuvor 20 Jahre lang in der Abteilung "Vorgeschichte des Mittelmeerraumes und Vorderer Orient" als "herrenloses Kulturgut" verwahrt und konservatorisch betreut worden. Nun wurden die Hölzer als diplomatische Fracht in versiegelten Kisten in die türkische Hauptstadt Ankara geflogen. Den Transport begleiteten beteiligte Wissenschaftler sowie ein Restauratorenteam der TU München, um die "Münchner Balken" mit den in der Türkei befindlichen Resten einer hölzernen Grabkammer aus dem frühen 5. Jahrhundert vor Christus wieder zu vereinigen.

Vier Monate später, am 17. Juni 2010, fand die wechselvolle Geschichte der Balken in Istanbul ihren vorläufigen Höhepunkt mit der vielbeachteten Präsentation in der dreisprachig gehaltenen Ausstellung "Tatarlı. Renklerin Dönüşü. The Return of Colours. Rückkehr der Farben". Im Zentrum der Ausstellung steht die wieder zusammengefügte Grabkammer als begehbarer Raum, wodurch den Besuchern ein unmittelbares Erleben ermöglicht wird. Um die Grabkammer herum sind umfangreiche Dokumentationen, , Rekonstruktionen und visuelle Animationen aufgebaut. Die Ausstellung in der Yapı Kredi-Kulturhalle, der wichtigsten Ausstellungshalle dertürkischen Metropole, ist das Ergebnis einer bisher einmaligen Kooperation türkischer und deutscher Institutionen. Sie wird gezeigt im Rahmen des Kulturprogramms "Istanbul 2010 Kulturhauptstadt Europas" und steht unter der Schirmherrschaft des türkischen Ministers für Kultur und Tourismus Ertugrul Günay und des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst Wolfgang Heubisch. Gefordert wurde das Projekt auch durch das Forschungszentrum für Anatolische Zivilisationen der Koç Universität in Istanbul und das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland.

Die treibenden Kräfte des Projektes sind die Archäologin Latife Summerer vom Münchner Institut für Klassische Archäologie und der Bauforscher Alexander von Kienlin, unterstützt vom Leiter des Lehrstuhls für Restaurierung und Konservierung an der Technischen Universität München Erwin Emmerling. Seinen Ausgang nahm das Unternehmen, als Latife Summerer im Jahre 2005 die in der Archäologischen Staatssamrnlung aufbewahrten Balkenteile in Verbindung brachte mit Balken, die weitgehend unbeachtet im Provinzmuseum von Afyon lagerten. Sie erkannte, dass alle diese Teile zu der Grabkammer aus dem grossen Grabtumulus bei Tatarlı gehören müssen, der im Jahre 1969 vom Grabräubern geplündert worden war.

Von Tatarlı nach München

Tatarlı liegt in der türkischen Provinz Afyon in Westanatolien, deren Provinzhauptstadt das gleichnamige Afyon oder Afyonkarahisar ("schwarze Opiumburg") ist. Hier grenzten die antiken Landschaften Phrygien und Lydien aneinander. Der Grabhügel liegt etwa 30 Kilometer nordöstlich der einstigen persischen Residenzstadt Kelenai. Seit der persischen Eroberung war Kelenai ein Zentrum der achämenidischen Herrschaft über Kleinasien, gelegen an der Königsstrasse, die von der kleinasiatischen Küste bis ins Zentrum des Perserreiches führte. Auf der Akropolis von Kelenai liess der Grosskönig Xerxes unmittelbar nach seiner Niederlage bei Salamis 480 vor Christus einen Königspalast errichten, den einzigen auf kleinasiatischem Boden!

Der Tumulus steht weithin sichtbar auf einem natürlichen Hügel, er hat einen Durchmesser von etwa 50 Meter und eine Höhe von 6 Meter. In der ganzen Region war in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ein wahres Schatzfieber ausgebrochen, nachdem Hirten und Bauern bei Raubgrabungen in lydischen und phrygischen Grabhügeln mehrfach auf Goldgegenstände und andere wertvolle Antiken gestossen waren. Darunter befand sich auch der als "Schatz des Kroisos" oder "Lydian Treasure" bekanntgewordene Fundkomplex, der über türkische Mittelsmänner an das Metropolitan Museum nach New York gelangte, bis er 1993 per Gerichtsbeschluss an die Türkei zurückgegeben wurde. Angestiftet offenbar von derselben türkischen Hehlerbande gruben auch in Tatarlı die zur lokalen Bevölkerung gehörenden Grabräuber einen Gang in den hochaufragenden Tumulus hinein. Sie trafen auf eine massive Grabkammer aus Zedernholz- und Wacholderbalken. Im Inneren aber fanden sie offenbar nur bescheidene Reste römischer Bestattungen, da das Grab bereits in antiker Zeit geöffnet und neu belegt worden war. Wohl eher aus Frustration brachen die Männer aus deröstlichen Wand der Grabkammer mit Stemmeisen zwei Balken mit schöner Bemalung heraus, die dann in je zwei Teile zersägt wurden, um sie einfacher transportieren zu können. Wie in zahlreichen vergleichbaren Fällen auch wurden die Balken dann für wenig Geld an türkische Mittelsmänner und Antikenschmuggler verkauft, die die Stücke illegal nach Deutschland scharfen liessen, um sie dort zu Geld zu machen. Doch erwiesen sich die Balken entweder als unverkäuflich wegen ihrer Grösse und ihres eher unscheinbaren Aussehens, oder die Schmuggler wurden verhaftet oder anderweitig aus dem Verkehr gezogen. Jedenfalls blieben die Balken liegen, bis im Jahre 1989 eine Münchner Spedition der seinerzeit noch Prähistorischen Staatssammlung meldete, dass sich in ihrem Lager vier grosse Balken befänden, bei denen es sich möglicherweise um archäologische Objekte handeln könne. Die Firma, die häufig auch Transporte und Umzüge aus der Türkei abwickelte, erklärte, die Hölzer seien seit mindestens 15 bis 20 Jahren im Möbellager der Firma eingelagert gewesen. Da der Einlieferer angeblich nicht mehr bekannt war und auch keine Lagergebühr bezahlt wurde, wandte man sich an den damaligen Direktor der Staatssammlung, Hermann Dannheimer, mit der Bitte um eine Begutachtung der Hölzer. Eine Prüfung vor Ort ergab trotz der starken Verschmutzung der Balken, dass es sich um archäologische Artefakte handeln musste, die einer fachgerechten Behandlung und Lagerung bedurften.

Konservierung und wissenschaftliche Aufarbeitung der Balken in der                Archäologischen Staats Sammlung

Die Staatssammlung nahm die Balken in ihre Obhut und verbrachte sie in die museumseigenen Restaurierungswerkstätten. Aufgrund der ungeklärten Besitzverhältnisse wurden die Balken nicht inventarisiert, sondern als herrenloses Kulturgut in Verwahrung genommen. Nach der Entfernung der Schmutzschicht traten auf den Vorderseiten der Balken figürliche Malereien zutage. Es wurde ausserdem deutlich, dass je zwei der Balkenteile ursprünglich zu einem grossen Balken gehört hatten, und dass diese Balken Teile eines gemeinsamen Architekturverbandes gewesen waren.

Die Staatssammlung liess einen umfangreichen Restaurierungsbericht erstellen, der den Zustand der Hölzer und der Malereien analysierte sowie notwendige konservatorische Massnahmen und ein Restaurierungskonzept beinhaltete. Auf der Basis dieses Berichtes konnten in den Jahren 1990 bis 1992 externe und interne Massnahmen zur Restaurierung und Konservierung der Balken durchgeführt werden. Insbesondere wurden die auf der Oberfläche anhaftenden Vertrustungen unter dem Mikroskop manuell abgetragen und so die Malereien vollständig freigelegt. Angebrochene und eingerissene Holzspäne konnten wieder eingebracht werden. Weitergehende Eingriffe in die antike Substanz der Balken erschienen aus konservatorischer Sicht weder notwendig noch sinnvoll. Speziell angefertigte gepolsterte Kisten gewährleisteten eine fachgerechte Lagerung im Depot des Museums.

Schliesslich kamen auch naturwissenschaftliche Analysemethoden zum Einsatz: An einem Speziallabor der Universität Kiel wurden an zwei Proben Radiokarbonanalysen (Messungen der stabilen und instabilen Kohlenstoff-Isotope) durchgeführt. Diese ergaben ein Spektrum von 13C und 14C Werten, die auf eine Herkunft der Balken aus dem Mittelmeergebiet und ein Alter von rund 2500 Jahren mit den entsprechenden Abweichungen um bis zu 90 Jahren verwiesen.

Bereits unmittelbar nach Verbringung der Hölzer in die Staats Sammlung war mit Peter Calmeyer ein Spezialist für Vorderasiatische Archäologie zur fachlichen Einordnung herangezogen worden. Er erkannte, dass die Balken Teil einer kleinasiatischen Grabkammer sein dürften. Im Münchner Jahrbuch der Bildenden Kunst von 1992 publizierte Calmeyer die Balken und seine Überlegungen unter dem Titel "Zwei mit historischen Szenen bemalte Balken der Achaimenidenzeit". Die Balken sind in diesem Aufsatz ausführlich beschrieben sowie in Fotografien vorgelegt und damit der wissenschaftlichen Forschung und Diskussion zugänglich gemacht worden.

Zwei der Balken waren von Dezember 1994 bis Herbst 1996 in einer Ausstellung der Staatssammlung unter dem Titel "Orient und Okzident" im Zweigmuseum Neu-Ulm zu sehen, wo sie als Beispiele für die Verwendung von Holz als Architekturdekor dienten. Im dazugehörigen Katalog wurden Details auch in Farbabbildungen gezeigt.

Die Rückgabe

Die von den Grabräubern im Tumulus von Tatarlı zurückgelassenen Teile der Grabkammer waren im Zuge einer Nachgrabung im Sommer 1970 abgebaut und ins Museum von Afyon verbracht worden. Da wegen fehlender Mittel ein Aufbau der Hölzer im Museum unterblieb, wurden 59 Balkenteile unter ungünstigen konservatorischen Bedingungen zunächst im Garten, später auf dem Dachboden des Museums gelagert. Lediglich drei Giebelteile wurden in einer Vitrine aufbewahrt. Weitere Substanzverluste erlitten die Balken, als Peter Ian Kuniholm von der Cornell University 1989 und 1991 insgesamt 38 Scheiben aus den Balken sägen und in die USA verbringen liess, um an ihnen dendrochronologische Untersuchungen vornehmen zu lassen.

Die in der Obhut der Archäologischen Staatssammlung befindlichen Balkenteile befanden sich dagegen in einem konservatorisch einwandfreien Zustand. Nachdem Latife Summerer im Jahre 2005 die Zugehörigkeit der Münchner Balken zu dem Grab von Tatarlı erkannt hatte, unterstützten die verantwortlichen Mitarbeiter der Archäologischen Staatssammlung, die Sammlungsleiter Ludwig Wamser und Rupert Gebhard sowie die Abteilungsleiter Gisela Zahlhaas und Harald Schulze, eine Rückgabe und Wiedervereinigung mit den übrigen Teilen dieses Kulturdenkmals. So stellte man die Hölzer dem mit der Restaurierung der gesamten Grabkammer betrauten Lehrstuhl für Restaurierung der Technischen Universität München für weitere wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung. Hierbei wurden u. a. die für die Malereien verwendeten Farbpigmente analysiert, darunter Zinnober, Hämatite, Russe und Bleimennige. Als positiver Nebeneffekt ist zu erwähnen, dass aus der Beschäftigung mit den Balkenteilen am Lehrstuhl nicht weniger als sechs Studienarbeiten entstanden.

Nachdem die türkische Generaldirektion für Kulturschätze und Museen im Januar 2009 einen Antrag auf Rückführung der Balken gestellt hatte, haben die Archäologische Staatssammlung und das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst diesen Antrag befürwortet. Auf Antrag der Staatssammlung hat die zuständige Stelle bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, das Referat für Provenienzforschung und Kulturgüterausfuhr, im Juni 2009 die endgültige Ausfuhrgenehmigung erteilt. Daraufhin konnten im Februar 2010 die Übergabe und der Transport in die Türkei stattfinden.

Der Wiederaufbau

Die über Ankara in die Türkei eingeführten Münchner Balken wurden nach Afyon gebracht, wo das Team um die Wissenschaftler Latife Summerer, Alexander von Kienlin und die Restauratoren Erwin Emmerling und Stefan Demeter bereits seit 2006 in mehreren Kampagnen die dort verbliebenen Balken konserviert und auf ihre mögliche bauliche Zusammensetzung hin untersucht hatten. Neben den Münchner Balken kamen durch die Bemühungen des Teams auch noch die in Afyon ausgesägten Holzscheiben aus der Cornell University in den USA zurück, die zu dendrochronologischen Untersuchungen verwendet worden waren.

Das Ergebnis der dendrochronologischen Analysen in Verbindung mit Radiokarbonmessungen hatte übrigens als vorgeschlagene Fälldaten für die Zedern und Wacholderhölzer die Jahre zwischen 480 und 470 vor Christus ergeben. Wegen fehlender Referenzdaten sind diese Datierungen nicht völlig gesichert, sie fallen aber in den Zeitraum, der auch durch die kunsthistorische Analyse der Malereien nahegelegt wird.

Insgesamt 124 Balken und Balkenteile mussten schliesslich zugeordnet und zusammengefügt werden, um die Grabkammer von Tatarlı wieder erstehen zu lassen. Während die Ostwand der Grabkammer mit den Münchner Balken fast vollständig wiederhergestellt werden konnte, mussten an anderen Stellen verlorene Balken und Balkenteile ersetzt werden, wozu mit dem Beil geglättete Zedernhölzer verwendet wurden. Beim Aufbau der Grabkammer wurden die Balkenteile durch Edelstahldübel verbunden. Um die originalen Teile vom Druck der 700 Kilogramm schweren Decke zu entlasten, wurde ein Stahlgestell mit Edelstahlschrauben und beweglichen Gelenken konstruiert. Die auf diese Weise zusammengefügte Grabkammer kann von aussen wie von innen studiert werden. Der etwa zweieinhalb mal zwei Meter messende Innenraum kann durch den antiken Eingang betreten werden.

 Kulturhistorische Bedeutung des Kammergrabes von Tatarlı

Die in vorbildlicher wissenschaftlicher und restaurierungstechnischer Zusammenarbeit wiedererstandene Grabkammer ist aus mehreren Gründen von herausragender kunst- und kulturhistorischer Bedeutung: Zunächst ist die Grabkammer einer der ältesten überhaupt erhaltenen Holzbauten im Mittelmeerraum. Sie ist in Blockbauweise errichtet aus Zedern- und Wacholderstämmen, die aus dem Libanon stammen. Bautechnisch bemerkenswert sind die präzisen Einpassungen, Verdübelungen und Verfälzungen. Hier wird die Tradition der Blockbauweise deutlich, die in Anatolien bis in die Gegenwart zu beobachten ist. Bisher einzigartig in dieser Zeit sind die erhaltenen Zimmermannszeichen auf den Balken aus Tatarlı, die belegen, dass die Kammer zunächst an einem anderen Ort angefertigt worden war, dann zerlegt und schliesslich an ihrem Aufstellungsort wieder zusammengesetzt wurde.

Vor allem aber überliefert die Grabkammer von Tatarlı die grösste und eine der besterhaltenen antiken Malereien auf Holz. In der Antike galt diese Gattung als die Königsdisziplin der Kunst, doch sind aufgrund der schwierigen Erhaltungsbedingungen für Holz nur in den seltensten Fällen derartige Malereien erhalten - hier überwiegend aus dem trockenen ägyptischen Wüstensand. In der Grabkammer von Tatarlı herrschten aussergewöhnlich günstige klimatische Bedingungen, da die Kammer durch ein raffiniertes System von Mauerwerk, Schutzpackungen aus Lehm, Kies und Holz sowie Drainagegräben weitgehend vor Witterungseinflüssen abgeschirmt war. Die Grabkammer war ursprünglich auf einer Gesamtfläche von 12 Quadratmetern vollständig ausgemalt, von denen 15% in ihrer gemalten Substanz noch erhalten sind. Orientalischer Bildtradition entsprechend sind die Malereien in schmalen Registern entlang der Balkenverläufe angeordnet, wobei die "Münchner Balken" die mit Abstand besterhaltenen Bildszenen zeigen.

Von grosser Bedeutung sind die Bilder selbst, die neue Einblicke in Thematik, Stil und Ikonographie der Malerei des 5. Jahrhunderts vor Christus bieten. Besonders aufschlussreich durch ihre Erhaltung und die Bildthemen sind die Szenen auf den "Münchner Balken". Diese zeigen eine Prozession mit Wagen, Reitern und Fussvolk sowie eine Schlacht mit zahlreichen orientalisch gekleideten Kämpfern, bei denen persische und skythische Einheiten zu unterscheiden sind. Im Zentrum des einzigartigen Frieses steht ein persischer Führer, entweder der Grosskönig selbst oder einer seiner Feldherren! Hinzu kommen auf den übrigen Balken Reste von weiteren aufschlussreichen Szenen: Löwen als Grabwächter, ein Waffentanz und ein Gastmahl sowie eine mythologische Szene mit dem griechischen Helden Herakles und seinem Kampf gegen den monströsen Geryoneus.

Die hier vor unseren Augen wieder erstehende Bilderwelt verschmilzt griechische und persische Kultureinflüsse mit einheimischen anatolischen Elementen zu einer eigenen Bildersprache. Das Grab von Tatarlı wirft ein Schlaglicht auf eine Kultur, in der sich in faszinierender Weise verschiedene Traditionen und Kulturen vermischen.

Resümee

Die Archäologische Staatssammlung hat die Holzbalken im Rahmen ihrer Verpflichtung dem internationalen historischen Erbe gegenüber stets nur als "herrenloses Kulturgut" verwahrt. Wir freuen uns über die nun in der Türkei erfolgte Zusammenführung der Bestandteile des 1969 ausgeraubten Kammergrabes von Tatarlı als sinnvolle Massnahme der Kulturgüterrückgabe. Es ist hervorzuheben, dass bei der Realisierung alle beteiligten türkischen und deutschen Wissenschaftler, Restauratoren und Behörden reibungslos zusammengearbeitet haben. Die Ausstellung im Rahmen des Programms "Istanbul 2010 Kulturhauptstadt Europas" war eine gelungene Präsentation dieses wiedergewonnenen Kulturgutes. Die Archäologische Staatssammlung sieht in dem Projekt eine weitere kulturpolitische Brücke zwischen der Türkei und Deutschland.

Harald Schulze

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1. Einladung zur Mitgliederversammlung 2010

Die diesjährige Mitgliederversammlung findet am Donnerstag, dem 30. 9. 2010, 18.00 Uhr im Foyer der Archäologischen Staatssammlung München, Lerchenfeldstr. 2 (U-Bahn: Lehel) statt.

Tagesordnung: 
1. Jahresbericht des Vorstands für 2009 
2. Bericht der Rechnungsprüfer 
3. Entlastung des Vorstands und der Rechnungsprüfer 
4. Ergänzungswahlen zum Vorstand 
5. Sonstiges 
6. Jahresbericht aus der Arbeit der Archäologische Staatssammlung: Prof. Dr. Rupert Gebhard 
7. Abendvortrag, Dr. Erich Classen, Leiter der Abteilung Vorgeschichte: "Fürstin, Händlerin, Priesterin - Ein einzigartiges Frauengrab aus Ilmendorf, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Dm."

Anträge und Anregungen werden bis zum 28. 9. 2010 gerne entgegengenommen. Anschliessend Rundgang durch die neu gestalteten Säle der Römerabteilung.

2. Einladung zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung

"menschen und dinge - 125 Jahre Archäologische Staatssammlung" am 25. 11. 2010, 18.00 Uhr, im Foyer der Archäologischen Staatssammlung

Programm:

1. Einführung in die Ausstellung: Prof. Dr. Rupert Gebhard. Mit einer Zusammenstellung von aussergewöhnlichen Objekten blickt die Archäologische Staatssammlung auf 125 Jahre Sammlungs- und Forschungstätigkeit zurück. 
2. Vorstellung der mit dem AW-Förderpreis "11x11x12xX" (Sanierung, Restrukturierung und Erweiterung der Archäologischen Staatssammlung München) ausgezeichneten Arbeiten der Georg-Simon-Ohm-Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fakultät Architektur, Nürnberg: Prof. M. Sc. Florian Fischer. Ausstellung der preisgekrönten Modelle.

Anschliessend bitten wir Sie zu einem Umtrunk. 
Wir bitten um Anmeldungen bis zum 25. September auf beiliegender Karte.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Walter Dieck (Vorsitzender)