Asterix & Co. - Die Epoche der Kelten
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Das tägliche Leben
Götter und Gottesdienst
Das Ende der Keltenzeit
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Das tägliche Leben
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"Wie gesagt, ich lebe in Manching. Das liegt in der Nähe des Ortes, den ihr Ingolstadt nennt. Schaut, so sehen unsere Siedlungen aus: Wir leben in strohgedeckten Holzhütten. Mit meinen Eltern, meinen Großeltern und meinen beiden Schwestern teile ich mir ein Zimmer. Nicht weit von unserem Haus liegen die Ställe für unsere Kühe und Schafe und die Werkstätten, in denen die Männer des Dorfes arbeiten. Manching ist sehr schön, eher schon eine Stadt als ein Dorf, umgeben von Mauerwällen zum Schutz gegen Feinde."
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So ungefähr sah das Dorf Manching aus. |

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Handwerk und Handel
Die Kelten lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft, bauten Getreide und Hülsenfrüchte an, gewannen Öl aus Leinsamen. Sie züchteten Haustiere wie Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen. Auch die Jagd spielte eine wichtige Rolle. Aus Pflanzenfasern und Schafwolle webten die Menschen Kleider.
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| Den Kriegern wird nachgesagt, dass sie wilde, verwegene Burschen waren, gefürchtet als tapfere Kämpfer. Sie sollen sich sogar mit Vorliebe nackt in die Schlacht gestürzt haben. Bewaffnet waren sie mit Schwert, Lanze und Schild, und all diese Waffen waren meist kunstvoll geschmiedet. |
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"Mein Vater ist Schmied. Er schmiedet Schwerter und Helme für unsere Krieger, aber auch Ohrringe, Armbänder und Fußketten für unsere Frauen, die immer schön geschmückt sein wollen. Händler bringen seine Waren in viele andere Dörfern. Sogar Menschen anderer Völker gehören zu seinen Kunden. Von ihren Reisen bringen die Händler auch oft Tauschwaren mit. Unser größter Schatz zu Hause ist ein bronzener Armreif, der aus einem fernen Land jenseits der Alpen stammt. Manchmal träume ich davon, Händler zu werden, in ferne Länder zu reisen und viele Abenteuer zu bestehen."
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Ein wichtiges Werkmaterial für die Kelten war Bronze. Diese Mischung aus neun Teilen Kupfer und einem Teil Zinn kannte man schon 1000 Jahre früher als das Eisen. Zinn musste aus England eingeführt werden, schon allein deshalb mussten die Handelswege gut ausgebaut sein.
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Ein gewaltiger Einschnitt im Leben der frühen Völker war die Entdeckung, wie man Eisenerz abbaut und zu Werkzeugen und Waffen verarbeitet. Dieser Abschnitt der Menschheitsgeschichte, auch Eisenzeit genannt, fällt in die Zeit der Kelten. |
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Die Technik, Eisenerz zu verhütten und zu verarbeiten, gelangte etwa 800 v. Chr. ins Land der Kelten. Eine Revolution! Lange Zeit existierten dennoch Bronze und Eisen als Materialien nebeneinander. Das kostbare Eisen nutzte man vor allem für Waffen, Bronze war dagegen das wichtigste Material in der Schmuckherstellung. Die Schmuckstücke der Keltinnen waren so berühmt, dass sogar die Römerinnen sie darum beneideten.
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Auffallend ist, dass die Kelten nicht nur einfache Gebrauchsgegenstände schufen, sondern immer darauf achteten, dass die geschmiedeten, gewebten oder getöpferten Gegenstände auch schön waren. Sie waren äußerst begabte Kunsthandwerker! |
Tauschwaren und Münzen
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Hatten die Kelten zunächst Tauschhandel betrieben, so lernten sie durch die Griechen und Römer Münzen kennen. Bald prägten sie mit dem ihnen eigenen handwerklichen Talent besonders schöne Münzen, die wie kleine Schüsselchen aussahen und mit magischen Motiven verziert waren.
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Für die Archäologen sind die Münzfunde von unschätzbarem Wert, denn die Münzen erzählen viel über den Glauben, die Mythologie der Kelten. Forscher sind immer noch damit beschäftigt, das geheime Wissen der Kelten anhand ihres Geldes zu entschlüsseln.
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"Kennt ihr eigentlich Miraculix? Er ist der Druide oder Priester des kleinen gallischen Dorfes, in dem auch Asterix und Obelix zu Hause sind. Miraculix' Spezialität ist ja bekanntlich das Brauen von Zaubertränken. Unser Druide in Manching heißt Rasulix und ist auch unheimlich klug. Er kennt die Sterne, die Heilkräuter und ist Hüter des geheimen Wissen unserer Vorfahren, hat mir Mutter erklärt. Ich habe etwas Angst vor ihm. Er verzaubert Kinder in Ziegen, wenn sie nicht folgsam sind, drohen uns die Erwachsenen."
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Götter und Gottesdienst
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Eine wichtige Gemeinsamkeit der zahlreichen keltischen Stämme war die Religion, in der vor allem drei Gottheiten eine Rolle spielten: Taranis, der oberste Gott und Herrscher des Himmels; Teutates, der Gott aller Stämme; Esus, Gott der Erde, des Waldes und der Pflanzenwelt.
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Außerdem waren bestimmte Tiere wie Stiere, Eber, Hirsche und Greife, mystische Greifvögel, den Kelten heilig, aber auch Pflanzen wie die Mistel und die Eiche. Um die Götter zu besänftigen oder etwas von ihnen zu erbitten, opferte man ihnen Tiere.
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Druiden
Für die Opferhandlungen waren weise Männer zuständig: die Druiden. Sie waren Magier, Heiler, Hellseher und Berater der Adeligen in einer Person und mussten eine lange Ausbildung absolvieren. Neben Miraculix aus den Asterix-Heften kennt ihr vielleicht einen anderen berühmten Weisen, den Zauberer Merlin aus der Artussage.
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Das Wissen der Druiden war geheim, durfte nicht niedergeschrieben werden. Auch die Sagen der Kelten wurden nie aufgeschrieben wie bei den Römern und Griechen, sondern durch Sänger, die Barden, verbreitet.
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Gräber
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Hochstehende Persönlichkeiten wurden vor allem in der frühen Keltenzeit aufwändig bestattet: Über Gräbern errichtete man mächtige Erdhügel. Die Forscher sprechen von Hügelgräbern.
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Den Toten gab man wertvolle Dinge mit ins Grab: Goldschmuck, Waffen, edle Gefäße, aber auch Ess- und Trinkgeschirr mit Nahrungsmitteln. Könnt ihr euch vorstellen, wozu diese Grabbeigaben nötig waren?
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"Na klar, ihr habt Recht. Wir glauben an ein Leben nach dem Tode. Und in diesem neuen Leben sollen unsere Verwandten gut versorgt sein. Sie sollen essen und trinken und sich wehren können, wenn sie angegriffen werden. Deshalb geben wir ihnen große Schätze mit ins Grab."
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Das Ende der Keltenzeit
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Seit dem 2. Jh. v. Chr. ging die Epoche der Kelten allmählich zu Ende. Die Römer auf dem Weg zur Weltmacht traten als mächtige Gegner auf. So wurde Norditalien Anfang des 1. Jh. v. Chr. dem Römischen Reich als Provinz gallia cisalpina eingegliedert. Kein Geringerer als Julius Caesar wies im Gallischen Krieg (58 bis 51 v. Chr.) auch die Gallier, die im Gebiet des heutigen Frankreich lebten, in ihre Schranken und machte gallia transalpina zu einer weiteren römischen Provinz.
Feldherr der Kelten in der berühmten Schlacht war ein gewisser Vercingetorix, der auch Vorbild für die Figur des Asterix war. Klar, in den Asterix-Heften wurde ein bisschen Geschichtsfälschung betrieben, denn tatsächlich waren die Gallier den Römern nicht überlegen. Die Römer waren wohl auch weniger die bösen Unterdrücker, sondern respektierten die Kultur der Kelten. Römer und Gallier vermischten sich munter. Doch so ein bisschen Geflunkere soll den Spaß am Comic nicht verderben. In Süddeutschland besetzten die Römer ab 15 v. Chr. das Keltenland. Keltische Traditionen lebten in wenigen Rückzugsgebieten in Europa fort, so in Schottland, Irland, Wales und der französischen Bretagne.
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"So, das war's aus Manching für heute. Mehr über uns Kelten erfahrt ihr bei einem Museumsrundgang oder einer Familienaktion im Museum. Kommt einfach mal vorbei!"
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Lesefutter für Keltenfans:
- Peter Kolb, Wer waren die Kelten? MPZ-Juniorkatalog, München 1993.
Ausführliche Infos zur Keltenzeit mit schönen Abbildungen.
- Norbert Kissel und Vera Rupp, Das waren die Kelten. Kissel Verlag, Beselich 2002. Die Keltenzeit sehr anschaulich für Grundschulkinder aufbereitet.
- Asterix-Comics
Inzwischen kämpfen sich der pfiffige Gallier Asterix und sein bärenstarker Kumpel Obelix durch mehr als 20 Bände. Historisch korrekt geht es nicht immer zu, aber Lust auf Geschichte machen die Comichelden allemal.
- www.comedix.de. Asterix von A-Z - das Asterix-Archiv.
Deutschsprachige Seite für Asterix-Fans.
- Käthe Recheis, König Artus und die Ritter der Tafelrunde. Dtv junior, München 1979.
Die Artus-Sage für Kinder aufbereitet. Spannende Lektüre für Kinder ab ca. 10 Jahren.
- T. A. Barron, Merlin - Wie alles begann. Dtv junior, München 1999.
Spannende Abenteurer mit dem Druiden Merlin. Für Kinder ab ca. 11 Jahren.
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